Temperatur umrechnen: Ein Messwert ist keine Temperaturdifferenz

Eine Temperatur von 10°C ist nicht dasselbe wie ein Anstieg um 10°C. Werden Messwert und Änderung verwechselt, beantwortet eine richtige Formel die falsche Frage.

Ein Messwert braucht Faktor und Versatz

Für einen Messwert gilt F = C × 1,8 + 32, umgekehrt C = (F − 32) ÷ 1,8. Die zusätzlichen 32 berücksichtigen unterschiedliche Nullpunkte und dürfen nicht weggelassen werden.

Bei Wetterwerten oder Geräteeinstellungen reicht es deshalb nicht, nur mit 1,8 zu multiplizieren. Halten Sie °C oder °F beim Wert, damit seine Bedeutung klar bleibt.

Quellen: NIST — Conversion tables, including exact temperature equations

Bei einer Differenz werden keine 32 addiert

Beim Subtrahieren zweier Werte fällt der Nullpunktversatz weg. Ein Anstieg um 10°C entspricht 18°F, nicht 50°F. Ein Messwert von 10°C entspricht dagegen 50°F.

Zur Kontrolle können Sie beide Werte umrechnen und danach subtrahieren. Liefert die direkte Differenzumrechnung etwas anderes, wurde vermutlich die Messwertformel statt der Differenzformel benutzt.

Kelvin-Schreibweise und Rundung

Ein Kelvinwert ergibt sich aus Celsius + 273,15. Das Zeichen ist K ohne Gradzeichen: 295,15 K, nicht °K. Ein Celsiusgrad ist genauso groß wie 1 K, die Nullpunkte sind jedoch verschieden.

Runden Sie passend zur ursprünglichen Messung. Eine Umrechnung verbessert keine Sensorgenauigkeit, kalibriert kein Gerät und legt allein keine sichere Einstellung für einen bestimmten Zweck fest.

Quellen: NIST — Conversion tables, including exact temperature equations · NIST — SI Guide, section 8.5: temperature intervals and differences

Beispiel: Raumtemperatur und spätere Änderung

Ein Beispielwert von 22°C ergibt 22 × 1,8 + 32 = 71,6°F oder 22 + 273,15 = 295,15 K. Alle 3 beschreiben dieselbe Temperatur in verschiedenen Einheiten.

Ein Anstieg von 18°C auf 26°C ist eine Differenz von 8°C beziehungsweise 14,4°F. Prüfen Sie die Endwerte: 18°C = 64,4°F und 26°C = 78,8°F. Die Differenz beträgt 14,4°F.

Quellen